| Was ist ISAN? |
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Die ISAN (International Standard
Audiovisual Number) ist ein freiwilliges Nummerierungssystem
und dient der Identifikation audiovisueller Werke. Jedem im
ISAN-System eingetragenen audiovisuellen Werk wird eine eindeutige,
international anerkannte und unveränderliche Referenznummer
zugeteilt.
Eine ISAN besteht aus 16 Hexadezimalziffern, die in zwei Segmente
unterteilt sind: ein Wurzelsegment aus 12 Ziffern, dann ein
Segment aus 4 Ziffern zur Identifikation von Episoden oder Teilen
eines audiovisuellen Werks (falls anwendbar).
Ist die ISAN von blossem Auge lesbar, wird ihr zudem eine Kontrollziffer
hinzugefügt. Die Kontrollziffer dient dazu, die genaue
Transkription der vorangehenden 16 Ziffern in jeder ISAN zu
überprüfen.
Die ISAN ist kein "Inhaltsbeschreiber", sondern eine
"stumme" Nummer, d.h. sie beinhaltet keine Codes oder
andere kennzeichnenden Elemente. Ihr Zweck ist es, durch eine
eindeutige Nummer das Werk zu identifizieren, aber nicht, irgendwelche
beschreibenden Informationen über das Werk zu liefern.
Die ISAN kennzeichnet Werke, jedoch nicht Publikationen (wie
die ISBN für Bücher) oder Rundfunksendungen. Die ISAN
bleibt unabhängig vom audiovisuellen Träger (z. B.
DVD, Video) oder des Verwendungszwecks für ein audiovisuelles
Werk immer dieselbe. |
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Wo findet die ISAN Anwendung?
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| Eine ISAN unterscheidet ein audiovisuelles
Werk eindeutig von allen anderen audiovisuellen Werken. Andere
Methoden zur Identifikation audiovisueller Werke, z.B. nach
Titeln, können zu Verwechslungen führen, da nicht
immer klar ist, welches bestimmte Werk gemeint ist. So kann
z.B. ein Titel einem anderen stark ähneln. Zudem ändert
der Titel eines Werks, wenn es ausserhalb seines Ursprungslandes
(oder -länder) vertrieben und in andere Sprachen übersetzt
wird. Da jede ISAN eine eindeutige Nummer ist, die permanent
einem audiovisuellen Werk zugeteilt wird, kann dieses Werk über
Landesgrenzen und Sprachbarrieren hinweg identifiziert werden.
Die ISAN kann als eindeutige Kennzeichnung in Informatikanwendungen
verwendet werden, insbesondere für diejenigen, die Datenbanken
oder den Informationsaustausch über audiovisuelle Werke
zum Inhalt haben. ISAN kann vor allem in folgenden Bereichen
zur Anwendung kommen: |
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Bei Verwertungsgesellschaften als Hilfe bei der
Ausrichtung von Urheberrechtsentschädigungen; |
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Zur Rückverfolgung der Auswertung von audiovisuellen
Werken; |
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Im Kampf gegen Piraterie, um die Registrierung
von Titeln zu kontrollieren. |
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Wann und wo erhalte ich eine ISAN?
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| Der ISAN-Standard wurde im November
2002 anerkannt und publiziert. Die Internationale ISAN-Agentur,
welche das System verwaltet, befindet sich in Genf, Schweiz.
Es muss folgendermassen vorgegangen werden, um eine ISAN zu
erhalten: |
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Finden Sie eine ISAN-Registrierungsagentur (Liste
der Registrierungs-Agenturen) auf www.isan.org;
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Registrieren Sie sich bei der Registrierungs-Agentur
und warten Sie auf die Zulassung; |
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Sind Sie zugelassen, können Sie eine ISAN
anfordern. Das genaue Vorgehen wird Ihnen von Ihrer Registrierungs-Agentur
erklärt. |
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Was ist ein "audiovisuelles
Werk"?
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Für die Verwendungszwecke der
ISAN-Registrierung ist der Begriff "audiovisuelles Werk"
kein rechtliches, sondern ein praxisnahes Konzept.
Die ISAN-Norm definiert "audiovisuelles Werk" folgendermassen:
Audiovisuelles Werk: Werk, das aus einer Sequenz
von miteinander verbundenen Bildern besteht - mit oder ohne
Ton - und mit geeigneten Mitteln als belebtes Bild sichtbar
gemacht wird, unabhängig vom ursprünglich oder nachträglich
verwendeten Medium.
Beispiele von Arten audiovisueller Werke, denen eine ISAN zugeteilt
werden kann: |
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Kinofilme (z.B. Langspielfilme) sowie Kurzfilme;
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Trailer (z.B. Vorschauen); |
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Produktionen für Fernsehen oder andere Vertriebskanäle,
einschliesslich einzelne Episoden von Fernsehserien; |
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Industrie-, Lehr- und Instruktionsfilme; |
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Werbefilme; |
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Direktübertragungen und -aufnahmen von Ereignissen
(wie Sportanlässe und Nachrichten); |
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Misch- und Multimediawerke, wenn diese eine signifikante
audiovisuelle Komponente beinhalten. |
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| Nicht-audiovisuellen Bestandteilen
eines audiovisuellen Werks wird keine ISAN erteilt.
So wird z.B. einem Spielfilm eine ISAN erteilt, jedoch nicht
der Filmmusik, dem Drehbuch oder einzelnen Bildern, Standfotos
des Films oder Multimediawerken ohne audiovisuelle Komponente. |
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Wie können Versionen von audiovisuellen
Werken identifiziert werden?
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Für eine signifikant neue Fassung
eines audiovisuellen Werks, z. B. einer Farbversion eines ursprünglich
Schwarz/Weiss-Originals oder einer Schwarz/Weiss-Version eines
ursprünglich in Farbe gedrehten Originals wird eine gesonderte
ISAN zugeteilt.
Bei folgenden Veränderungen wird indes keine neue ISAN
registriert: andere Sprachversionen, Veränderung bei den
Rechte oder Eigentumsverhältnissen, einer Digitalversion
eines ursprünglich analogen Werks, Änderungen des
physischen Datenträgers für ein audiovisuelles Werk,
Änderung der Dauer des Werks, etc…
Zur Identifikation von Versionen eines audiovisuellen Werks
und dazugehörender Inhalte wird ein zusätzliches Identifikationssystem
(die "V-ISAN") entwickelt. Es wird von der ISAN-Arbeitsgruppe
zusammen mit der Society of Motion Picture and Television Engineers
entwickelt. Dabei wird das ISAN-System als Basiselement verwendet.
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Wo wird die ISAN angebracht?
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Die ISAN ist die eindeutige Referenznummer
für ein audiovisuelles Werk und soll als solche in allen
Systemen, die Informationen über audiovisuelle Werke verwalten
und verarbeiten, als Datenelement enthalten sein. Verwertungsgesellschaften
verwenden die ISAN beispielsweise beim Austausch und der Verwertung
von Informationen über die Auswertung von audiovisuellen
Werken.
Bei audiovisuellen Werken in digitaler Form (z.B. DVD) soll
die ISAN in die entsprechenden Masterkopien des Werkes eingebettet
und auf alle weiteren Kopien dieser Masters übertragen
werden. Die MPEG-2 und MPEG-4-Normen (für die kodierte
Darstellung von audiovisuellen und multimedialen Objekten) sehen
eine Stelle für die ISAN-Identifikationsnummer im MPEG-Format
vor.
Bei audiovisuellen Werken in analoger Form (z.B. Zelluloid-Film)
soll die ISAN in sicherer Form an die Masterkopie und an alle
anderen Archivkopien angebracht werden. Bei neuen Werken kann
die ISAN auf das Negativ der Masterkopie gedruckt werden. Für
bereits bestehende Werke bedeutet dies eine sichere Koppelung
von Werk und ISAN in Form eines dauerhaften Datensatzes, Archivs
oder Inventars. Wenn immer möglich müsste deshalb
der Behälter der Masterkopie physisch mit der ISAN versehen
werden.
Die ISAN sollte ausserdem in der Dokumentation und auf der Verpackung
eines audiovisuellen Werks vermerkt sein. |
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Inwiefern berührt die ISAN
die Registrierung des Urheberrechts?
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Sie berührt sie NICHT–
da die ISAN in keiner Weise mit dem Urheberrecht verknüpft
ist, weder nach dem europäischen oder nordamerikanischen
Verständnis dieses Begriffes.
Die ISAN ist ein Identifikationsnummer ohne
jegliche rechtliche Auswirkung oder Bedeutung. Sie hat keinerlei
Wert als prima-facie-Beweis bezüglich des Urheberrechtsstatus
oder der Eigentumsverhältnisse eines Werks.
Der Anwendungsbereich der ISAN-Norm ist klar festgelegt:
"Die Abgabe einer ISAN ist in keiner Weise mit
irgendeinem Verfahren zur Eintragung der Urheberrechte in Verbindung
zu bringen und sie gibt auch keinerlei Aufschluss über
die Besitzverhältnisse der Rechte an einem Werk."
Obwohl die ISAN von Verwertungsgesellschaften als Werkzeug
zur präzisen Unterscheidung der audiovisuellen Werkes in
ihrer Datenbank verwendet werden kann, identifiziert die ISAN
selber nicht die Besitzverhältnisse der Urheberrechte.
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Sind für audiovisuelle Werke
ISAN erforderlich?
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Nein, ISAN ist ein freiwilliges Nummerierungssystem.
Niemand ist verpflichtet, ISAN für audiovisuelle Werke
einzuführen oder anzuwenden. Mitglieder der audiovisuellen
Branche können ISAN verwenden, müssen jedoch nicht.
ISAN ist ein von der Industrie betriebenes Nummerierungssystem.
Es ist ein Werkzeug zur Arbeitserleichterung, entwickelt von
der Industrie für die Industrie. Die Effizienz und die
Präzision von ISAN bei der Identifizierung von audiovisuellen
Werken machen aus ISAN eine logische Geschäftsentscheidung
– ohne indes obligatorisch zu sein. |
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Wer erteilt die ISAN?
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Das ISAN-System wird von der ISAN
International Agency (ISAN-IA) geführt, die das gesamte
System koordiniert und eine zentrale Datenbank aller ISAN-Registrierungen
verwaltet. Die ISAN International Agency bestimmt die einzelnen
ISAN-Registrierungsagenturen und beaufsichtigt deren Arbeit.
Diese Agenturen wurden gegründet, um für spezifische
Länder, Regionen oder bestimmte Industriesektoren tätig
zu sein. Sie erhalten und bearbeiten Anträge für ISAN
und erteilen die jeweiligen Nummern an bestimmte Werke.
Alle ISAN-Agenturen arbeiten als Non-Profit-Organisationen. |
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Wer kann eine ISAN beantragen?
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Die Instanz oder Person, der eine
ISAN gegeben wird, sollte in der Lage sein, diese ISAN auf permanente
Weise am zu identifizierenden Werk anzubringen oder damit zu
koppeln.
Potenzielle Antragssteller müssen sich zuerst bei einer
ISAN-Registrierungsagentur anmelden, um als Registrierender
im ISAN-System anerkannt zu werden. Dieses Vorregistrierungverfahren
dient dazu, die Gelegenheiten für "Piraten",
für gestohlenes geistiges Eigentum und betrügerische
Absichten rechtmässige ISAN zu erhalten, möglichst
gering zu halten. Das Vorregistrierungsverfahren ist einmalig:
für alle späteren ISAN-Anträge vom gleichen Registrierenden
muss es nicht wiederholt werden.
Neue Bewerber für den Registrierendenstatus werden gebeten,
einen Beweis für ihre Tätigkeit im audiovisuellen
Bereich zu erbringen (z.B. Mitgliedschaft in oder Gönnerschaft
bei einem anerkannten Fachverband, Beweis für Tätigkeit
in der audiovisuellen Industrie, Finanzierung durch ein öffentliches
Organ, etc.).
Bewerbern, die von einer ISAN-Registrierungsagentur abgelehnt
wurden, steht ein Beschwerdeverfahren zur Verfügung. |
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Was kostet eine ISAN?
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Um den ISAN-Agenturen unabhängige
finanzielle Mittel zukommen zu lassen, wird für jede ISAN-Registrierung
eine geringe Gebühr erhoben. Alle Registrierungsgebühren
werden auf dem Kostendeckungsprinzip festgelegt.
Zusätzliche Gebühren können für weitere
Dienste der ISAN-Agenturen erhoben werden, z.B. für auf
den Kunden zugeschnittene Produkte, Informationen aus ihrer
Datenbank. |
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Wer entwickelte die ISAN?
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| Das ISAN-System wurde unter der Schirmherrschaft
von "ISO/TC 46/SC 9" als internationale Norm entwickelt:
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ISO ist die International Organization for Standardization
(Weltnormenorganisation) mit Sitz in Genf; |
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TC 46 ist das Technical Committee (TC) der ISO für Fragen
der Normung zu Information und Dokumentation; |
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SC 9 ist das Subcommittee (SC) des TC 46, das ISO-Normen zur
Identifikation und Beschreibung von Informationsobjekten entwickelt
und verwaltet. |
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| Im Mai 1997 gründete ISO/TC 46 Subcommittee
9 eine Working Group (WG 1) zur Entwicklung des ISAN-Projektes.
Das Projekt stand unter der Leitung: |
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AGICOA: Association de Gestion Internationale Collective des
Oeuvres Audiovisuelles (Verband für die Internationale
Kollektive Wahrnehmung für audiovisuelle Werke); |
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FIAPF: Fédération Internationale des Associations
de Producteurs de Films (Internationale Vereinigung der Filmproduzentenverbände);
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CISAC: Confédération Internationale des Sociétés
d'Auteurs et de Compositeurs (Internationale Vereinigung der
Autoren- und Komponistenverbände). |
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| Vertreter aus mehreren Ländern
und internationalen Verbänden waren Mitglied der ISAN-
Working Group und haben aktiv zur Entwicklung des ISAN-Projekts
beigetragen. |
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